300 Multiple Choices bedeutet, dass die Zielressource mehr als eine Repräsentation mit jeweils eigener URL hat und der Server möchte, dass der Nutzer oder User-Agent eine davon auswählt. Typische Beispiele sind dasselbe Dokument in verschiedenen Sprachen oder Dateiformaten. Der Body sollte die Auswahlmöglichkeiten mit Links auflisten.
Hat der Server eine bevorzugte Variante, sollte er deren URL in einem Location-Header senden. RFC 9110 erlaubt User-Agents, ihr automatisch zu folgen, Browser tun das aber nicht: Der Fetch-Standard folgt nur 301, 302, 303, 307 und 308. Nutzer sehen stattdessen den Body der Antwort.
Eine 300 ist heuristisch cachebar. Weil die automatische Aushandlung unzuverlässig ist, wählen die meisten Websites selbst eine Variante aus und liefern sie entweder direkt aus oder nutzen eine normale Weiterleitung.
Beispielantwort
HTTP/1.1 300 Multiple Choices
Date: Fri, 06 Nov 2026 10:15:32 GMT
Location: https://www.example.com/guide.en.html
Content-Type: text/html; charset=utf-8
Content-Length: 102
<ul>
<li><a href="/guide.en.html">English</a></li>
<li><a href="/guide.de.html">Deutsch</a></li>
</ul> SEO und Weiterleitungsprüfung
300 ist selten und wird von Crawlern schlecht unterstützt. Verlassen Sie sich also nicht darauf, um Besucher oder Bots zu lenken. Für verschiedene Sprachen verwenden Sie separate URLs, die über hreflang-Annotationen verknüpft sind. Leiten Sie Besucher abhängig von Sprache oder Gerät weiter, verwenden Sie 302 oder 307 und behalten Sie eine Standardversion, die Crawler erreichen können. Browser bleiben bei einer 300 stehen; werten Sie sie bei der Prüfung von Weiterleitungen daher als Ende der Kette.
Häufige Ursachen und Einsatzzwecke
- Das Apache-Modul
mod_spelingfindet mehrere Dateien, die zu einer falsch geschriebenen URL passen könnten, und listet sie auf. - Content Negotiation listet die verfügbaren Sprach- oder Formatvarianten auf, statt eine auszuwählen.
- Eine API bietet ein Dokument in mehreren Formaten an und überlässt dem Client die Wahl.